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	<title>Trans Feindlichkeit Archive - Analytische Kritik</title>
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	<title>Trans Feindlichkeit Archive - Analytische Kritik</title>
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		<title>Gewaltparolen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stella]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jun 2025 11:07:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[3. Transgender und Transfeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Alle]]></category>
		<category><![CDATA[Hasswelle]]></category>
		<category><![CDATA[Internet macht mobil]]></category>
		<category><![CDATA[Trans Feindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Transgender]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Person aus der Trans Community hat auf Blue Sky sehr radikal Position bezogen. Darunter war auch die Legitimierung einzelner Tötungen inklusive Folterfantasien. Seitdem erlebe ich als Zuschauer eine Welle des Hasses gegen die gesamte trans Community, wie sie mir in all den vergangenen Jahren noch nicht begegnet ist.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading has-text-align-center">Gewaltparolen rechtfertigen keine Gewalt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Person aus der trans Community hat auf Blue Sky sehr radikal Position bezogen. Darunter war auch die Legitimierung einzelner Tötungen inklusive Folterfantasien. Seitdem erlebe ich als Zuschauer:in eine Welle des Hasses gegen die gesamte trans Community, wie sie mir in all den vergangenen Jahren noch nicht begegnet ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Hass und die Wut richten sich auch gegen den Bundesverband Trans* e. V. Obwohl sich dieser – ebenso wie viele innerhalb der trans Community – mehrfach öffentlich distanziert hat und deutlich gemacht wurde, dass they dort seit Februar 2025 nicht mehr tätig sind, hält die Flut an Vorwürfen und Forderungen ungebrochen an. Man könnte fast meinen, they hätten ihren Gegner:innen einen Gefallen getan – immerhin stand die Forderung „Fördergelder zu streichen“ längst im Raum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte deshalb Folgendes sagen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">➔ An alle Mitglieder und Anhänger:innen der AfD,<br>➔ an konservative Kräfte,<br>➔ an radikale Feminist:innen<br>➔ und an sonstige autoritäre Gegner:innen einer offenen Gesellschaft:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was they gepostet haben, war falsch. Es war schockierend. Es war inakzeptabel. Wahrscheinlich auch strafbar.<br>Aber es disqualifiziert they nicht als Teil der trans Community.<br>Trans zu sein ist kein Amt, das man verliert – es ist ein Teil der Identität. They gehören zur Community. Gestern, heute, morgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem muss klar sein: They tragen die Verantwortung für das, was sie geschrieben haben – und für die Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Ich hoffe, dass der Rechtsstaat diesen Fall prüft und auf der Grundlage unserer Gesetze handelt: unabhängig, sachlich, gerecht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">? Wofür they jedoch nicht verantwortlich sind – und niemals sein dürfen – ist die Gewalt, die ihnen nun (vielleicht?) drohen wird. <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/203c.png" alt="‼" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn jemand they angreift – körperlich, psychisch, digital, strukturell oder sozial – dann seid ihr verantwortlich. Keine dieser Gewaltformen ist legitim.<br>Auch nicht aus Rache, nicht aus Empörung, nicht aus „heiligem“ Zorn.<br>Das ist keine Aufarbeitung, das ist Selbstjustiz. Und sie bleibt ein Verbrechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich erfahre, dass Gewalt ausgeübt oder angedroht wird – gegen they oder gegen Unbeteiligte – werde ich Anzeige erstatten. Punkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dennoch – an jene, die noch erreichbar sind:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lasst uns nicht in den Kreislauf aus Hass und Vergeltung abrutschen.<br>Lasst uns zeigen, dass wir als Gesellschaft diesmal einen anderen Weg wählen können.<br>Überlasst es der Justiz, angemessen zu reagieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Anhang wurden die Gewaltarten genannt, die juristische Relevanz haben. Je nach Schwere, (wenn es denn passiert) wird eine Anzeige folgen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="500" height="750" src="https://analytische-kritik.de/wp-content/uploads/2025/06/gewaltarten.jpg" alt="" class="wp-image-1466" style="width:515px;height:auto" srcset="https://analytische-kritik.de/wp-content/uploads/2025/06/gewaltarten.jpg 500w, https://analytische-kritik.de/wp-content/uploads/2025/06/gewaltarten-200x300.jpg 200w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></figure>
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		<title>Trans*: Daten und historische Parallelen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stella]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Oct 2024 13:04:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[3. Transgender und Transfeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Alle]]></category>
		<category><![CDATA[1933]]></category>
		<category><![CDATA[Moral Panic]]></category>
		<category><![CDATA[Trans Feindlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Trans*-Identitäten werden heute - genauso wie 1933 - missbraucht, um die Gesellschaft nicht nur zu spalten, sondern rechte Ideologien gesellschaftsfähig zu machen und diesen dadurch Macht zu verleihen. Dreh- und Angelpunkt ist dabei vor allem die bewusste und unbewusste Angst - daher der Begriff "moralische Panik" - aller Menschen: nämlich ein Angriff auf die Kinder und Jugendlichen. Das sind die Bausteine, mit denen Verschwörungen in Gang gesetzt werden, doch darauf gehen wir, wie bereits erwähnt, in einem anderen und sehr viel längeren Beitrag ein.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://analytische-kritik.de/alle/trans-daten-und-historische-parallelen/">Trans*: Daten und historische Parallelen</a> erschien zuerst auf <a href="https://analytische-kritik.de">Analytische Kritik</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Daten und historische Parallelen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Hier auf dieser Seite möchte ich einige Eckdaten eingeben, die aufzeigen, wie sehr gewisse Teile der heutigen Gesellschaft das ausleben und zeigen, was auf mehreren Ebenen an 1933 erinnert. Sollten jemals demokratiefeindliche Parteien regieren, wird sich das Jahr 1933+ nicht nur gesellschaftlich, sondern auch seitens der Regierung wiederholen.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px"> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Voss_(Mediziner)" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hermann Ferdinand Voss</a> schrieb 1938 über <a href="https://worldcat.org/en/title/459879607" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><em>„Das Problem des Transvestitismus“</em> </a>&#8230;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-black-color has-light-gray-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:18px">&#8222;&#8230; dass man vor Hitlers Machtübernahme nicht viel gegen Transgender-Menschen unternehmen könne, dass sie jetzt aber im nationalsozialistischen Deutschland in Konzentrationslager gesteckt oder einer Zwangskastration unterzogen werden könnten.&nbsp;Das sei gut, glaubte er, denn die „asoziale Denkweise“ von Trans-Menschen und ihre angeblich häufigen „kriminellen Aktivitäten … rechtfertigen drakonische Maßnahmen des Staates“.&#8220;</p>
<cite><a href="https://theconversation.com/historians-are-learning-more-about-how-the-nazis-targeted-trans-people-205622" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Historiker erfahren mehr darüber, wie die Nazis Transsexuelle ins Visier genommen haben</a></cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">An dieser Stelle möchte ich einige Parallelen aufzuzeigen. Als Referenzpunkt soll einerseits 1933 dienen, also das Jahr, als Hitler an die Macht kam und damit begann, Transvestiten, wie sie damals genannt wurden, zu dämonisieren. Zum Vergleich nehme ich die Gegenwart, das Jahr 2023/24, als rechtspopulistische Journalisten die Aktivitäten der trans Identitäten als die größte Gefahr für unsere freie Gesellschaft dargestellt haben. Hier einige Parallelen als direkter Vergleich:</p>



<figure class="wp-block-table is-style-regular" style="font-size:18px"><table class="has-fixed-layout"><thead><tr><th>1933</th><th>2023/2024</th></tr></thead><tbody><tr><td>Trans* schadeten der <a href="https://www.diskursatlas.de/index.php?title=Keimzelle_der_Nation" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Keimzelle des Volkes</a> (Keimzelle der Gesellschaft)</td><td>Trans*-Aktivismus schadet der Kerneinheit der Familie</td></tr><tr><td>Propaganda warnte vor Jugendverführern und Jugendverderbern &#8211; vor Gefahren für die Jugend</td><td>Propaganda warnt vor der sozialen Trans*-Ansteckung, vor Indoktrination und Gefahren für unsere Kinder (u.a. <a href="https://transteens-sorge-berechtigt.net/rogd.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ROGD</a>)</td></tr><tr><td>Propaganda in &#8222;Der Stürmer&#8220;, die darauf abzielte, Gewalttaten gegen Transvestiten anzuregen, ohne direkt zur Gewalt aufzurufen</td><td>Propaganda, die Hass sät und in Gewalt an Trans*identitäten endet </td></tr><tr><td>Die Dämonisierung sollte den Widerstand minimieren, Transvestiten ins KZ zu befördern</td><td>Die Dämonisierung soll die Bemühung minimieren, sich gegen Hass gegenüber LGBTQ+ einzusetzen</td></tr><tr><td>(Moralische) Panik vor dem &#8222;Raubtier&#8220; Transvestit sollte erzeugt werden </td><td>(Moralische) Panik vor Trans*-Gewalttätern und Kriminellen soll erzeugt werden</td></tr><tr><td>&#8222;Der Stürmer&#8220; (Zeitschrift) zeigte mit dem Finger auf Ziele, der Mob stürzte sich drauf</td><td>Bekannte Personen zeigen mit dem Finger auf Ziele, der Mob stürzt sich drauf</td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px"> Trans*-Identitäten werden heute &#8211; genauso wie 1933 &#8211; missbraucht, um die Gesellschaft nicht nur zu spalten, sondern rechte Ideologien gesellschaftsfähig zu machen und diesen dadurch Macht zu verleihen. </p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Dreh- und Angelpunkt ist dabei vor allem die bewusste und unbewusste Angst &#8211; daher der Begriff &#8222;moralische Panik&#8220; &#8211; aller Menschen: nämlich ein Angriff auf die Kinder und Jugendlichen. Das sind die Bausteine, mit denen Verschwörungen in Gang gesetzt werden, doch darauf gehen wir, wie bereits erwähnt, in einem anderen und sehr viel längeren Beitrag ein. </p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Es wird propagandistisch die Überzeugung geschürt, trans* Personen werden vom Staat ermächtigt. Um also (angebliche) gewaltvolle und kriminelle trans Identitäten zu bekämpfen, ist eine umfassende gesetzlose Bürgerwehr notwendig. Unter dem<a href="https://twitter.com/JSevincBasad/status/1681706379290058752" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Beitrag von Judith Sevinc Basad</a> fiel mir auf, dass sehr viele Leute drohten, auf die Straße zu gehen, wenn die Anzeige Erfolg hat. Das sind &#8211; wenn man 1933 aus den Augen lässt &#8211; 1:1 die Vorgänge, die man derzeit in den USA beobachten kann. </p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%">
<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Es wird immer heftiger, deutlicher und vor allem immer ungenierter vermittelt, dass die Bürger die moralische Pflicht haben, Kinder und Jugendliche zu beschützen.  </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph" style="font-size:18px"><strong>Die AFD macht Nägel mit Köpfen:  →</strong></p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:50%"><div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img decoding="async" width="729" height="1080" src="https://analytische-kritik.de/wp-content/uploads/2024/05/afd-plakat-106.jpg" alt="" class="wp-image-1181" style="width:298px;height:444px" srcset="https://analytische-kritik.de/wp-content/uploads/2024/05/afd-plakat-106.jpg 729w, https://analytische-kritik.de/wp-content/uploads/2024/05/afd-plakat-106-203x300.jpg 203w, https://analytische-kritik.de/wp-content/uploads/2024/05/afd-plakat-106-691x1024.jpg 691w" sizes="(max-width: 729px) 100vw, 729px" /></figure>
</div></div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Eigentlich können wir der AFD fast schon ein bisschen dankbar dafür sein, denn sie zeigt beinahe schon ZU offensichtlich, worum es tatsächlich geht. Andere &#8211; die hier auf dieser Seite nicht erwähnt werden &#8211; sind da sehr viel subtiler und geschickter. </p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px"><strong>Zitate, die nicht erklärt werden müssen:</strong></p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-palette-color-1-color has-light-gray-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:18px"><em>&#8222;Was jetzt passiert, würde, &#8230; wissen Sie, &#8230; ich denke, Josef Mengele. Ich glaube, das war sein Name. Sie wissen schon, der Nazi-Arzt. &#8230; das stellt ihn dort in den Schatten. Sie benutzen im Grunde eine ganze Generation von Kindern als Laborratten für diese kranke Ideologie. Und sie sind mit Volldampf bei der Sache. Und sie sehen uns als eindeutiges Hindernis und als Bedrohung für sie.&#8220; (Jaimiee Michell)</em></p>
<cite>Quelle:<a href="https://www.advocate.com/news/2022/8/04/gay-right-wing-troll-claims-gender-affirming-care-nazi-experiments" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> rechter Troll behauptet, geschlechtsspezifische Pflege sei wie Nazi-Experimente</a></cite></blockquote>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">::::::::::::::::::::::::::::</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-palette-color-1-color has-light-gray-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:18px"><em>&#8222;18- bis 30-Jährige sind extrem anfällig für den Sog der Transition. Ein Elternteil mit einem unter 18-Jährigen hat Möglichkeiten, aber ab diesem Alter können sie sich nur noch zurücklehnen und entsetzt zusehen. Alle jungen Menschen müssen geschützt werden. Lassen Sie uns darüber reden.&#8220; </em></p>
<cite><em><a href="https://twitter.com/TullipR/status/1571788016766812160?lang=de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tullipr</a></em></cite></blockquote>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">::::::::::::::::::::::::::::</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-palette-color-1-color has-light-gray-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:18px"><em>&#8222;Wir müssen alle Leute aus der LGBT-Gemeinschaft unter Quarantäne stellen und isolieren. Wir müssen alle von ihnen finden. Wir müssen sie jagen und sie zu ihrem eigenen Schutz in Isolationslager stecken.&#8220;</em></p>
<cite>Ethan Schmidt-Crockett &#8211; Anti-LGBTQ-Aktivist</cite></blockquote>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">::::::::::::::::::::::::::::</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Die Liste kann endlos weitergeführt werden, doch ich möchte stattdessen etwas einfügen, was ich kürzlich von einem überaus klugen Menschen hörte: </p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Bildung &#8211; Empathie &#8211; Solidarität </strong></p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Damit kann man die Wiederholung der Geschichte vielleicht aufhalten!</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Die folgenden <strong>Organisationen</strong> und weiter unten auch <strong>Personen</strong> dienen vor allem <em>der Information über Machenschaften, Methoden und Verbindungen untereinander</em>. Wir stellen diese Verlinkungen für Recherchezwecke übersichtlich zur Verfügung. </p>



<ul class="wp-block-list">
<li style="font-size:18px"><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Gays_Against_Groomers" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gays Against Groomers</a> (Der Name ist extra irreführend gewählt worden: Es ist eine amerikanische rechtsextreme und Anti-LGBTQ+-Organisation.)</li>



<li style="font-size:18px"><a href="https://www.frc.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Family research Council the Heritage</a> (Das&nbsp;Family Research Council&nbsp;(FRC) ist eine gemeinnützige Denkfabrik der religiösen Rechten und eine Lobbyorganisation)</li>



<li style="font-size:18px"><a href="https://transteens-sorge-berechtigt.net/rogd.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rapid Onset Gender Dysphoria oder ROGD</a> (<a href="https://twitter.com/lisalittman1?lang=de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lisa Littman</a> ist als vermeintliche &#8222;Expertin&#8220; für die &#8222;Trans*-Ansteckung&#8220; (eine Verschwörung) aufgetreten, die sie als gültige wissenschaftliche und medizinische Meinung darzustellen versuchte, indem sie den Begriff <em>Rapid Onset Gender Dysphoria oder ROGD</em> prägte.)</li>



<li style="font-size:18px"><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Alliance_Defending_Freedom" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Alliance Defending Freedom</a> (ADF ist Geldgeberin für Anti-Trans*-Kampagnen. Die Allianz investierte in Europa bis 2018 über 23 Millionen Dollar unter anderem in den Kampf gegen trans Menschen) </li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px"><strong>Twitteraccounts, die daran beteiligt sind, die Panik vor LBGTQ Betroffenen zu verbreiten: </strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li style="font-size:18px"><a href="https://twitter.com/TuckerCarlson?" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tucker Carlson</a> (ein rechtsextremer Christ und Entertainer bei Fox News.) </li>



<li style="font-size:18px"><a href="https://twitter.com/MattWalshBlog" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Matt Walsh</a> (ein selbsternannter theokratischer Faschist und Sprachrohr der christlichen Rechten, der öffentlich erklärt, dass Homosexuelle und queere Menschen nicht die gleichen Rechte verdienen wie heterosexuelle Menschen)</li>



<li style="font-size:18px"> <a href="https://twitter.com/thegaywhostrayd?" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jaimiee Michell</a> (eine Amateur-Rednerin. Sie ist das Gesicht von Gays against Groomers)</li>



<li style="font-size:18px"><a href="https://twitter.com/ChayaRaichik10?" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Chaya Raichik</a> (eine rechtsextreme Anti-LGBTQ+-Aktivistin) </li>



<li style="font-size:18px"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Joanne_K._Rowling" target="_blank" rel="noreferrer noopener">JK Rowling,</a> (Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling verkauft ihre Transfeindlichkeit als Homofreundlichkeit&nbsp;)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px"><strong>Geschlechterkritische Anti-Trans*-Aktivisten</strong>:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li style="font-size:18px"><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Joanne_K._Rowling" target="_blank" rel="noreferrer noopener">JK Rowling,</a></li>



<li style="font-size:18px"><a href="https://www.amazon.de/Irreversible-Damage-Transgender-Seducing-Daughters/dp/1684510317" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Abigail Shrier</a> </li>



<li style="font-size:18px"><a href="https://twitter.com/MariaKeffler" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Maria Keffler</a> </li>



<li style="font-size:18px"><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Helen_Joyce" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Helen Joyce</a></li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>
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		<title>Ein Buch, das schadet: „Irreversible Damage“</title>
		<link>https://analytische-kritik.de/alle/ein-buch-das-schadet-irreversible-damage/</link>
					<comments>https://analytische-kritik.de/alle/ein-buch-das-schadet-irreversible-damage/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gastautor]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Sep 2024 13:04:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[3. Transgender und Transfeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Alle]]></category>
		<category><![CDATA[Abigail Shiers]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Shermer]]></category>
		<category><![CDATA[Skeptiker]]></category>
		<category><![CDATA[Trans Feindlichkeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://analytische-kritik.de/?p=930</guid>

					<description><![CDATA[<p>Interessant ist, dass diese haltlosen Vergleiche ausgerechnet aus dem Mund eines Skeptikers kommen, der sich klare Wissenschaftsorientierung und Faktenbasiertheit auf die Fahnen geschrieben hat. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://analytische-kritik.de/alle/ein-buch-das-schadet-irreversible-damage/">Ein Buch, das schadet: „Irreversible Damage“</a> erschien zuerst auf <a href="https://analytische-kritik.de">Analytische Kritik</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Ein Buch, das schadet: „Irreversible Damage“</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Die nicht anerkannte ROGD-Hypothese erhielt im Jahr 2020 durch das Buch <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Irreversible_Damage" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;<em>Irreversible Damage</em>&#8220; von Abigail Shrier</a> große Verbreitung, das nun im <a href="https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kopp-verlag-profitiert-von-fluechtlingskrise-14890834.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kopp Verlag</a> auf Deutsch erschienen ist – ein Verlag, der für die Veröffentlichung von verschwörungstheoretischen Werken bekannt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Warum Abigail Shriers Buch äußerst problematisch ist, untersucht dieser Artikel.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">„<em>Es ist eine Geschichte, die Amerikaner hören müssen</em>“, setzt die Abigail Shrier, die übrigens weder Psychologin noch Medizinerin ist, sondern Rechtswissenschaft studiert hat, ihr Buch von Anfang an in einen emotional geframten Rahmen. Dazu streut sie eine Menge an Einzelfalldarstellungen ein. Wenn die Autorin über trans als „<em>Wahn</em>“ („<em>transgender craze</em>“) und „<em>von Internet-Gurus inspiriertes Mimikry</em>“ schreibt, ist sie alles andere als neutral. Im Gegenteil: Sie scheint auf einem emotionalisierten Kreuzzug gegen trans zu sein und heftet sich Kinderschutz auf die Fahnen. Hierbei geht es ihr vor allem um „<em>junge Teenager-Mädchen mit Problemen</em>“, die von einem vermeintlichen Hype angelockt werden („<em>lure troubled young girls</em>“; S. 16), der ihnen durch die Identifikation mit trans Freiheit von Angst und ein Zugehörigkeitsgefühl verspricht: <em>„For these girls, trans identification offers freedom from anxiety’ relentless pursuit; it satisfies the deepest need for acceptance, the thrill of transgression, the seductive lilt of belonging.“</em> (S. 15)</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:20px"><strong>Soziale Ansteckung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Shriers Buch gründet auf der Hypothese der sozialen Ansteckung. Trotz der heftigen Kritik aus Fachkreisen an ROGD (siehe dazu auch: <a href="https://analytische-kritik.de/moral-panic/rogd/rogd-eine-problematische-hypothese/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">LINK</a>), die Shrier übrigens als Ausdruck einer „Kultur des Schweigens“ bezeichnet, übernimmt sie 1:1 diese Thesen und betont den Einfluss von Social Media und Peer Groups als Ursache für trans.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Hier stellt sich zuerst einmal die Frage, was unter dem Begriff der sozialen Ansteckung konkret gefasst werden kann:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-dark-gray-color has-light-gray-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:18px">„<em>Unter sozialer Ansteckung wird der Prozess verstanden, in dem eine Person eine Idee, ein Motiv oder ein Verhalten von einer anderen Person übernimmt (&#8230;), meist wird als Voraussetzung für diese Übertragung die soziale Ähnlichkeit zwischen den beiden Akteuren angenommen, die die Übernahme wahrscheinlicher macht. Sozialepidemiologische Studien konnten zeigen, dass sich Netzwerkpartner häufig ähnlich verhalten und ähnliche Gesundheitsgefährdungen aufweisen (…) Diese Befunde werden oft mit dem Mechanismus der (sozialen) Ansteckung (contagion) erklärt, wobei nicht selten offen bleibt, wie genau vor allem die sozialen Ansteckungsprozesse ablaufen oder wirken.“ </em></p>
<cite><em><a href="https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn061653.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn061653.pdf</a></em></cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Genau das ist jedoch der springende Punkt: Soziale Ansteckung wird oft schwammig oder metaphorisch benutzt ohne die genauen Wirkmechanismen definieren zu können. Auch die essenzielle Unterscheidung zwischen <em>begünstigenden</em> Faktoren versus kausal <em>auslösenden</em> Faktoren unterbleibt oder wird in einen Topf geworfen: Indem Shrier trans in die vermeintliche Schublade „sozial ansteckende“ Problembewältigungsstrategie schiebt, spricht sie trans als Selbstdefinition deren Identitätsgrundlage ab. Mehr noch: Die Autorin versucht trans-Sein unter Jugendlichen als Modeerscheinung und psychische Erkrankung zu framen und schreckt auch nicht vor fehlerhaften Analogieschlüssen zurück:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-dark-gray-color has-light-gray-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:18px">„<em>Ein besserer Vergleich sind die Hexenjagden der Heiligen Inquisition, oder Modekrankheiten wie die Nervenleiden des 18. Jahrhunderts, die Nervenschwäche des ausgehenden 19. Jahrhunderts, oder die Magersucht, Bulimie, und das „Ritzen“ im 20. Jahrhundert. Die Hauptrolle spielt dabei eine Darstellerin, die stets gern ihr eigenes Leid und ihren Schmerz in den Mittelpunkt stellt: Das Teenager-Mädchen. Ihr Leid ist sicher echt. Aber in jedem dieser Fälle kommt sie zu einer falschen Selbstdiagnose – es ist eher die Kombination von Einbildung und Einwirkung von außen, als eine psychologische Tatsache. Vor dreißig Jahren hätten sich solche Mädchen vielleicht bis auf die Knochen abgemagert, und sich dabei eine Fettabsaugung gewünscht. Vor zwanzig Jahren hätten solche Mädchen vielleicht eine „unterdrückte Erinnerung“ an Kindesmissbrauch entdeckt. Die neue Teenagermode heißt nicht „vom Teufel besessen sein“, sondern „Genderdysphorie“ und die Heilung heißt nicht Exorzismus, Abführmittel oder Fasten – sondern Testosterontherapie und die „Obenrum-OP“.“</em> </p>
<cite>Abigail Shrier, Irreversible Damage, S. 10 f.; übersetzt ins Deutsche</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:20px"><strong>Was US-Skeptiker dazu sagen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Genau in diese Kerbe schlägt auch die Argumentation von „US-Vorzeige-Skeptiker“ Michael Shermer: Für seine &#8222;<a href="https://www.youtube.com/watch?v=KFQKFYPL0tc" target="_blank" rel="noreferrer noopener">The Michael Shermer Show</a>&#8220; interviewt der Herausgeber des Skeptic Magazine Abigail Shrier ausführlich über ihr Buch und vergleicht die These der sozialen Ansteckung mit der Bewegung von „<em>wiederentdeckten Erinnerungen</em>“ aus den 1990ern (vgl<a href="https://www.youtube.com/watch?v=KFQKFYPL0tc" target="_blank" rel="noreferrer noopener">. Minute 23:52 f</a>.) und in Folge auch mit der Satanic Panic (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=KFQKFYPL0tc" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Minute 1:23:10 f.</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Interessant ist, dass diese haltlosen Vergleiche ausgerechnet aus dem Mund eines Skeptikers kommen, der sich klare Wissenschaftsorientierung und Faktenbasiertheit auf die Fahnen geschrieben hat. Dass ROGD von führenden Wissenschaftlern, Expertengremien und Berufsverbänden unisono abgelehnt wird, dürfte ihm bestimmt zu Ohren gekommen sein. Dennoch stellt er sich in seiner Positionierung hinter Abigail Shriers Buch und lässt in selbstimmunisierender Weise jegliche Kritik daran bzw. an der ROGD-Hypothese sofort abprallen. So wurde <a href="https://www.skeptic.com/reading_room/trans-science-review-of-abigail-shier-irreversible-damage-transgender-craze-seducing-our-daughters/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">auf der Webseite des amerikanischen Skeptic Magazine</a>, einer richtungsweisenden Zeitschrift für die internationale Skeptikerszene, eine positive Buchkritik zu Shriers Werk veröffentlicht, die zuvor <a href="https://sciencebasedmedicine.org/the-science-of-transgender-treatment/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">von der Seite „Science Based Medizine“  entfernt</a> worden war. Was diese tendenziöse Haltung entgegen jeglicher wissenschaftlicher Beweisbarkeit auf einer Skeptiker-Webseite zu suchen hat, bleibt fraglich.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Doch zurück zu Abigail Shrier und den Details ihrer manipulativ-einseitigen Argumentation:</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:20px"><strong>Warum trans und Pro Ana nicht vergleichbar sind</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Abigail Shrier baut ihr Buch rund um die Argumentation auf, dass Mädchen im Teenager Alter, die psychische Probleme haben, sich zunehmend als trans identifizieren. Zur Untermauerung bringt Shrier auf zahlreichen Buchseiten den Vergleich zu Essstörungen: Magersüchtige sind z.B. davon überzeugt, ihre Essstörung würde all ihre Probleme lösen. Diese Denkweise überträgt sie auf trans, dass junge Mädchen davon ausgehen, eine Geschlechtsumwandlung würde all ihre Probleme lösen. <em>„Viele wollen nicht Mann sein, sondern nur dem Frau-Sein entkommen“</em> (vgl. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=KFQKFYPL0tc" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Min 52.30</a>, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=KFQKFYPL0tc" target="_blank" rel="noreferrer noopener">The Michael Shermer Show</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Hierbei geht die Autorin in Folge noch einen Schritt weiter und vergleicht trans Influencer auf Social Media mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pro-Ana" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pro Ana</a>-Webseiten, also Blogs, Foren o.ä., die Anorexie teilweise als Lifestyle glorifizieren. Hierzu schreibt Shrier:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-dark-gray-color has-light-gray-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:18px">„<em>Die Pro-Anorexie-Seiten ähnelten einer Reihe von Videos, die das Internet zu kolonisieren begannen: Social-Media-Seiten von Trans-Influencern, in denen geborene Mädchen, die sich selbst als &#8222;Transgender-Jungen&#8220; oder &#8222;Trans-Männer&#8220; bezeichnen, damit prahlen, wie sehr sich ihr Leben verbessert hat, seit sie mit einer Testosteronkur begonnen haben. Der Rausch, den es ihnen verschafft, die Freude über die &#8222;glückliche Spur&#8220; dunkler Haare auf ihrem Bauch, das Verschwinden &#8211; wie sie betonen &#8211; aller sozialen Ängste.“</em></p>
<cite>Abigail Shrier, Irreversible Damage, S. 50 f.; übersetzt ins Deutsche</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Dieser Vergleich mit der Pro-Ana-Bewegung greift allerdings zu kurz bzw. rückt die Identifizierung als trans in die Nähe einer psychischen Erkrankung – ein fataler Rückschritt, der dem aktuellen wissenschaftlich-medizinischen Konsens entgegensteht. Das seit 2022 gültige ICD-11 hat Geschlechtsinkongruenz entpathologisiert, diese ist nicht mehr als psychische Störung eingeordnet sondern als „<a href="https://medicalforum.ch/de/detail/doi/smf.2023.09300" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zustand mit Bezug auf die sexuelle Gesundheit</a>“. Doch diesen Aspekt lässt Abigail Shrier in ihrem Vergleich (bewusst?) außen vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Dass ihre Argumentation zu sozialen Medien und Essstörungen nicht haltbar ist, zeigen auch Forschungen zur Entstehung von Essstörungen, die klar zwischen prädisponierenden, auslösenden und aufrechterhaltenen Faktoren unterscheiden. </p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">In <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0272735810001996?via%3Dihub" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Studien</a> wird das Augenmerk bei Pro-Anorexie-Seiten bzw. Austauschgruppen auf Verstärker-Effekte für die Essstörung gelegt bzw. dass diese der Aufrechterhaltung der Erkrankung durch verspätetes oder unterbliebenes Suchen nach professionellen Hilfsangeboten dienen. Der Einfluss sozialer Medien ist Verstärker, aber nicht (alleiniger) Verursacher einer Esstörung, ist das klare Fazit:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-dark-gray-color has-light-gray-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:18px">„<em>Social Media Aktivität alleine begründet keine Essstörung. Viele Jugendliche erkranken nicht. Essstörungen entstehen durch das Zusammenspiel verschiedener bio-psycho-sozialer Faktoren. Die Erkrankung stellt einen Lösungsversuch dar und ist Ausdruck tieferliegender Konflikte und Belastungen. Bei individueller Verletzlichkeit, Vorbelastung oder manifestierter Essstörung können soziale Medien ein relevanter Faktor sein, der die Erkrankung auslöst, verstärkt oder zur Aufrechterhaltung beiträgt.“</em> </p>
<cite><a href="https://www.konturen.de/kurzmeldungen/essstoerungen-und-soziale-medien/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.konturen.de/kurzmeldungen/essstoerungen-und-soziale-medien/</a></cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Eine ähnliche <a href="https://www.cambridge.org/core/journals/psychological-medicine/article/cutting-nonsuicidal-selfinjury-nssi-on-instagram/600ED6C6856EE21B7E875F08CB088DDB" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Studie der Universität Ulm</a> untersuchte die Darstellung von Selbstverletzungen auf Instagram (mittlerweile versucht die Plattform durch Löschen solcher Fotos dagegen vorzugehen):</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-dark-gray-color has-light-gray-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:18px">„<em>Die Ulmer Forscher suchten zudem nach Hinweisen, die auf soziale Ansteckung schließen ließen. Im persönlichen Kontakt zwischen Jugendlichen, die selbstverletzendes Verhalten zeigen, spielen Nachahmungseffekte bekanntermaßen eine große Rolle. Die vorgelegte Studie konnte solche Effekte nicht direkt nachweisen. Allerdings sehen die Wissenschaftler in dem Zusammenhang zwischen Verletzungsschwere und Nutzerreaktionen deutliche Hinweise auf soziale Verstärkungseffekte in Sozialen Medien.“</em></p>
<cite><a href="https://www.uni-ulm.de/home/uni-aktuell/article/ritz-bilder-auf-dem-smartphone-ulmer-studie-zu-selbstverletzendem-verhalten-auf-instagram/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.uni-ulm.de/home/uni-aktuell/article/ritz-bilder-auf-dem-smartphone-ulmer-studie-zu-selbstverletzendem-verhalten-auf-instagram/</a></cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Auch im Bereich des selbstverletztenden Verhaltens, ein weiterer von Shrier angesprochener &#8222;Trend&#8220;, lassen sich soziale Ansteckungseffekte also nicht direkt nachweisen. Nichtsdestotrotz wird auch das von Shrier als &#8222;Fakt&#8220; dargestellt.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:20px"><strong>Fazit</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Da sich Abigail Shriers Buch explizit an Eltern von Kindern, die sich als trans identifizieren, wendet, macht es insbesondere problematisch, vor allem, da es die inhärente Transfeindlichkeit äußerst subtil verpackt.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-dark-gray-color has-light-gray-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:18px">„<em>In der politisch korrekten Ära wäre eine transphobe Abhandlung wirkungslos; Es ist besser, ein solches Buch unter dem Deckmantel der Sorge um die Kinder zu verpacken. Auf diese Weise werden selbst die liberalsten Eltern zuhören. (…) „Dies ist ein transphobes Werk, das als Ratgeber für Eltern getarnt ist. Es ist ein manipulatives Buch, dem es an Beweisen mangelt. Es ist demagogisch und hat nichts mit der Sorge um das Wohlergehen von Kindern und Eltern zu tun. Es ist pures Gaslighting, das darauf abzielt, die Ränge der extremen Rechten zu vergrößern , indem es unseren verwundbarsten Punkt anspricht: unsere Kinder.“</em></p>
<cite><a href="https://www.haaretz.com/israel-news/2023-06-11/ty-article/.premium/israeli-parents-dont-let-transphobic-abigail-shrier-gaslight-you/00000188-9ba2-d467-adee-bfa27b0d0000" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.haaretz.com/israel-news/2023-06-11/ty-article/.premium/israeli-parents-dont-let-transphobic-abigail-shrier-gaslight-you/00000188-9ba2-d467-adee-bfa27b0d0000</a> (übersetzt ins Deutsche)</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Shrier betont, kein „Problem“ mit erwachsenen trans Personen zu haben und argumentiert, wie bereits erörtert, stets rund um Teenager, die sich als trans outen. Dass sie dazu jedoch nur Eltern interviewt, die das trans-Sein ihrer Kinder nicht unterstützen, zeigt einmal mehr ihre Voreingenommenheit und Bias. Demgemäß muss ihr Buch äußerst kritisch gelesen und reflektiert werden, zum Beispiel wie es eine <a href="https://www.psychologytoday.com/us/blog/checkpoints/202101/review-irreversible-damage-abigail-shrier" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Buchbesprechung auf Psychologytoday aus psychologischer Sicht tut</a>. Hier werden übrigens auch in Einzelfällen – und das ist der springende Punkt – mögliche Überschneidungen mit Dissoziativer Identitätsstörung bzw. Borderline Persönlichkeitsstörung dargelegt, ohne trans per se zu pathologisieren oder in die Sphäre von einer psychischen Erkrankung zu rücken.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Es bleibt zu hoffen, dass Eltern, die dieses Buch ratsuchend lesen, die manipulativen und emotionalisierten Strategien von Shrier durchschauen und die durchwegs einseitige Sicht auf trans als das identifizieren, was sie ist: versteckte Transphobie. Keinesfalls darf Abigails Shriers Buch und die ROGD-Hypothese, die mittlerweile als Grechtchenfrage zur Sichtweise von trans gilt, dazu missbraucht werden, in einem (gesellschafts)politisch aufgeladenem und gespaltenen Feld noch mehr Öl ins Feuer zu gießen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:20px"><strong>Zum Weiterlesen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li style="font-size:18px"><a href="https://www.watson.ch/wissen/analyse/372870434-rogd-studie-wie-ideologie-die-transgender-forschung-einschraenkt" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ROGD-Studie abgeschossen – wie Ideologie die Trans-Forschung einengt</a></li>



<li style="font-size:18px"><a href="https://www.psychologytoday.com/us/blog/checkpoints/202101/review-irreversible-damage-abigail-shrier" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Eine Rezension von „Irreversible Damage“ von Abigail Shrier</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://analytische-kritik.de/alle/ein-buch-das-schadet-irreversible-damage/">Ein Buch, das schadet: „Irreversible Damage“</a> erschien zuerst auf <a href="https://analytische-kritik.de">Analytische Kritik</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Transphobie als rechte Agitation</title>
		<link>https://analytische-kritik.de/alle/transphobie-als-rechte-agitation/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Gastautor]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jul 2024 13:06:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[3. Transgender und Transfeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Alle]]></category>
		<category><![CDATA[Moral Panic]]></category>
		<category><![CDATA[Trans Feindlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dass genderkritischer Feminismus mit seiner Moralpanik als Einfallstor und Brücken-Narrativ zu rechtem Gedankengut dient, hat bereits der vorige Beitrag beleuchtet. Es geht hier um eine narrative Allianz und ein gefährliches Relationsgeflecht, das unter der argumentativen Klammer, sich für den Schutz biologisch weiblicher Frauen als „bedrohtes Geschlecht“ einzusetzen, eine Gegenöffentlichkeit kreiert. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://analytische-kritik.de/alle/transphobie-als-rechte-agitation/">Transphobie als rechte Agitation</a> erschien zuerst auf <a href="https://analytische-kritik.de">Analytische Kritik</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph" style="font-size:22px"><strong>Transphobie als rechte Agitation</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Dass genderkritischer Feminismus mit seiner Moralpanik als Einfallstor und Brücken-Narrativ zu rechtem Gedankengut dient, hat bereits der <a href="https://analytische-kritik.de/moral-panic/transfeindlichkeit/wie-terf-stereotypen-repliziert/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">vorige Beitrag</a> beleuchtet. Es geht hier um eine narrative Allianz und ein gefährliches Relationsgeflecht, das unter der argumentativen Klammer, sich für den Schutz biologisch weiblicher Frauen als „bedrohtes Geschlecht“ einzusetzen, eine Gegenöffentlichkeit kreiert. <em>Far right</em> bedeutet nicht <em>far away</em>, insbesondere dann, wenn durch Feminist_innen, welche sich diese Selbstbezeichnung auf die Fahnen schreiben, klare Grenzen verwischt werden und es plötzlich „en vogue“ scheint, anderen Menschen ihr Grundrecht auf geschlechtliche Selbstbestimmung abzuerkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Über die Allianzen zwischen TERF und rechts schreibt der Blog „Belltower News“ der Amadeo Antonio Stiftung, die bei einer Kundgebung im März 2023 in Melbourne, Australien ein erschreckendes Ausmaß angenommen haben:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-dark-gray-color has-light-gray-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:18px">„<em>Die Polizei muss die TERFs und die Neonazis gar nicht voneinander trennen. Denn diese zwei Gruppierungen gehen nicht aufeinander los, sondern treten gemeinsam auf, im Schulterschluss miteinander verbunden. Als Geschwister im Geiste agitieren sie gegen trans* Menschen. Einige der TERFs posieren sogar wie grinsende Fangirls für Selfies mit den Neonazis, die Hakenkreuz-Tätowierungen und andere White-Power-Symbole stolz zur Schau stellen. Eine Ausnahmeerscheinung? Von wegen. Viele von uns in der Transgender-Community warnen seit Jahren vor dem Liebäugeln zwischen TERFs und Rechtsradikalen. Es sind keine Hirngespinste. Es geht um Hassposts im Internet, es geht um Handgreiflichkeiten auf offener Straße. Ob in Australien, hier in Europa oder in Nord- und Südamerika: transfeindliche Feminist*innen erdulden, ermöglichen und ermutigen die zweckgebundene Zusammenarbeit mit Faschist*innen.“</em> </p>
<cite><a href="https://www.belltower.news/kolumne-michaela-dudley-terfs-transfeindlichkeit-und-rechtsradikaler-feminismus-148977/">https://www.belltower.news/kolumne-michaela-dudley-terfs-transfeindlichkeit-und-rechtsradikaler-feminismus-148977/</a></cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Diese gefährliche Allianzenbildung führt zur Frage, was die Strategien und Handlungsmuster rechter transphobischer Agitation sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:20px"><strong>Zentrale Muster rechter Transphobie</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Transphobie spielt in der rechten Szene eine große Rolle, da sich diese auf die Heteronormativ und „traditionelle Familienideale“ stützt. Aufbrechende Geschlechterverständnisse werden als Gefahr für deren rasstisch-antisemtischer Ideologie der „Volksgemeinschaft“ wahrgenommen und als Infragestellung der „natürlichen Ordnung“ geframt.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Die Kategorie Geschlecht mit Ein- und Ausschlüssen ist zentral für rechtsextremistische Denkweisen. So wird die Moralpanik rund um die geschürte Angst vor angeblichem Indentitätsverlust biologisch weiblicher Frauen gezielt instrumentalisiert, indem Gefühle bedient und Identitfikationsmomente geboten werden. Dazu werden Krisenmomente künstlich erzeugt und Einzelfälle zum Beweis aufgebläht. Rechte Identitätspolitik konstruiert zudem Fremdheitsgefühle durch gezielt erzeugtes Othering von trans Personen, was gerade in Zeiten der Verunsicherung dem gesteigerten Bedürfnis von Menschen nach Orientierung, klarer Identitätsgestaltung und Aufwertung der eigenen Position entgegenkommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Simon Strick spricht in seinem Buch „Rechte Gefühle. Affekte und Strategien des digitalen Faschismus“ hierzu von Anti-Genderismus als „<em>Agitationskern</em>“ und „<em>Gefühlskitt</em>“ der Neuen Rechten (vgl. S. 330; 344):</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-dark-gray-color has-light-gray-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:18px">„<em>Geschlecht ist Motor und primärer Aktionsraum der Alternativen Rechten: Gender ist ein endloser, intimer und zugleich öffentlichkeitswirksamer Generator von Krisen, Krisenmomenten und Schnittstellen von Macht, persönlicher Erfahrung und Befindlichkeit. Die Alternative Rechte adaptiert die klassische Losung des Feminismus – das Persönliche ist politisch – und wendet sie gegen die eigentliche Intention, gleiche Relevanz für den (weiblich-codierten) Privatraum und die patriarchalen Öffentlichkeiten zu beanspruchen. Auf dem Boden des Geschlechts lassen sich die alltäglichen Affekte gut kultivieren, die die Alternative Rechte für ihre Agitation und Propaganda züchtet.“ </em></p>
<cite>Simon Strick: <a href="https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-5495-0/rechte-gefuehle/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rechte Gefühle. Affekte und Strategien des digitalen Faschismus, S. 87</a></cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Anti-Genderismus dient hierbei als Projektionsfläche für die Ablehnung einer inklusiven Gesellschaft (vgl. <a href="https://gegneranalyse.de/kathrin-peltz-lucia-killius-unerwartete-allianzen-coronaproteste-und-der-kampf-gegen-gender/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Uner­war­tete Alli­an­zen: Coro­na­pro­teste und der Kampf gegen&nbsp;Gender</a>) und wird auf Social Media gezielt von rechten Akteuren vorangetrieben: „Gays against Groomers“, die „LGB-Alliance“ oder „Libs of TikTok“ sind nur einige Beispiele aus dem US-amerikanischen Raum, die klar rechtsextremistische Aussagen zu Transphobie auf Social Media verbreiten. So <a href="https://www.adl.org/resources/blog/antisemitism-anti-lgbtq-hate-converge-extremist-and-conspiratorial-beliefs">beschreibt auch die amerikanische Menschenrechtsorganisation Anti-Defamation League</a> klare Verstrickungen zwischen Antisemitismus, gruppenabwertendem Extremismus und z.B. der „<em>Groomer-Verschwörung</em>“ bzw. einer „<em>Trans-Agenda</em>“ .</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Auch in Deutschland zeigen sich die Allianzen und Verzahnungen verschiedener Verschwörungstheorien und Moralpaniken immer deutlicher: Zum Beispiel veröffentlichte unlängst der Kopp Verlag die deutsche Übersetzung des transfeindlichen Buchs von Abigail Shrier &#8222;Irreversible Damage&#8220;. Dieser Verlag, den die FAZ passend als &#8222;<a href="https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kopp-verlag-profitiert-von-fluechtlingskrise-14890834.html">Heimatplaneten für rechtsextreme Ufologen</a>&#8220; bezeichnete, ist für Verschwörungstheorien bekannt und  spricht <a href="https://www.swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/swr2-wissen-2019-12-09-100.html">&#8222;bewusst politische Milieus am rechten Rand&#8220;</a> an. </p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Die Verzahnungen sind an anderer Stelle noch deutlicher: Auch  &#8222;satanische Eliten&#8220; oder antisemitische Inhalte fehlen nicht im allgemeinen verschwörungstheoretischen Sumpf rechter Moralpanik.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-dark-gray-color has-light-gray-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:18px">&#8222;Denkt man die verschiedenen Verschwörungserzählungen zu Ende, endet man meist da, wo man immer landet: bei den „bösen Juden“, die die Strippen in der Welt zögen. So würde etwa der jüdische Milliardär George Soros versuchen, große Teile der Menschheit in trans Personen umzuwandeln, wissen Verschwörungseinträge im Internet. Vor allem geht es aber um Männer, die eine Transformation zur Frau machen, oder gemacht haben. Soros und andere angeblich satanische Eliten, so die Verschwörungserzählung, wollen dafür sorgen, dass weiße Männer verweiblicht werden. Dahinter stecke angeblich die Idee der Ausrottung des weißen Volks, weil keine weißen Kinder mehr gezeugt würden. Diese Erzählung ist damit eingebettet in die rechtsextreme Verschwörungserzählung des &#8222;Großen Austausches&#8220;. </p>
<cite><a href="https://www.belltower.news/rechtsalternativer-hass-neuer-gemeinsamer-nenner-hass-aus-trans-frauen-132351/">https://www.belltower.news/rechtsalternativer-hass-neuer-gemeinsamer-nenner-hass-aus-trans-frauen-132351/</a></cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Das Schreckensbild der „globalen Elite“, die tradierten Familien- und Frauenbildern widerspricht, ist also ein Narrativ, welches Verschwörungstheorien und unterschiedliche Moralpaniken vereint.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Dies ist weit mehr als ein Angriff auf die Demokratie, wie Simon Strick schreibt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-dark-gray-color has-light-gray-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:18px">„<em>Der Faschismus, der von &#8218;Feminazis&#8216;, &#8218;Gender-Brainwashing&#8216; und &#8218;Transgender-Terror&#8216; spricht, ist kein Angriff auf die Demokratie: Er ist ein Angriff auf das Bild von Gesellschaft, die der Feminismus, die Schwulen- und Lesbenbewegung und die TransRights-Bewegung in Teilen gegen andauernde Widerstände durchsetzen konnte. Er ist ein Angriff gegen die Gleichberechtigungsansprüche, die diese Gruppen gegen ihre Marginalisierung vorbringen – was eine komplexe Gesellschaft nicht nur aushalten, sondern fördern muss.“</em> </p>
<cite>Simon Strick: <a href="https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-5495-0/rechte-gefuehle/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rechte Gefühle. Affekte und Strategien des digitalen Faschismus, S. 425</a></cite></blockquote>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" src="https://marvel-stella.de/debunking/wp-content/uploads/2023/08/Unbenannt-7.jpg" alt="" class="wp-image-49"/></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px"><strong>Zum Weiterlesen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li style="font-size:18px"><a href="https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/hintergruende/DE/rechtsextremismus/2022-08-17-pridemonth.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Queerfeindlichkeit im Rechtsextremismus</a> = Bundesamt für Verfassungsschutz</li>



<li style="font-size:18px"><a href="https://www.derstandard.at/story/2000140493637/warum-rechte-nun-gegen-transgender-statt-gegen-feminismus-kaempfen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Warum Rechte nun gegen Transgender statt gegen Feminismus kämpfen</a></li>



<li style="font-size:18px"><a href="https://www.adl.org/resources/blog/antisemitism-anti-lgbtq-hate-converge-extremist-and-conspiratorial-beliefs" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Antisemitismus und Anti-LGBTQ+-Hass konvergieren in extremistischen und verschwörerischen Überzeugungen</a></li>



<li style="font-size:18px"><a href="https://gegneranalyse.de/kathrin-peltz-lucia-killius-unerwartete-allianzen-coronaproteste-und-der-kampf-gegen-gender/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Uner­war­tete Alli­an­zen: Coro­na­pro­teste und der Kampf gegen&nbsp;Gender</a></li>



<li style="font-size:18px"><a href="https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/259953/gender-und-genderwahn-neue-feindbilder-der-extremen-rechten/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Gender&#8220; und &#8222;Genderwahn&#8220; – neue Feindbilder der extremen Rechten</a></li>



<li style="font-size:18px"><a href="https://www.damemagazine.com/2023/01/12/the-moral-panic-trans-backlash/">The Moral Panic we cannot ignore</a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://analytische-kritik.de/alle/transphobie-als-rechte-agitation/">Transphobie als rechte Agitation</a> erschien zuerst auf <a href="https://analytische-kritik.de">Analytische Kritik</a>.</p>
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		<item>
		<title>Grooming-Verschwörungstheorie &#038; Religious Right</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Gastautor]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Sep 2023 13:04:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[3. Transgender und Transfeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Alle]]></category>
		<category><![CDATA[Groomer]]></category>
		<category><![CDATA[Moral Panic]]></category>
		<category><![CDATA[Religious Right]]></category>
		<category><![CDATA[Trans Feindlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Genau als jenes Brücken-Narrativ zu rechtem Gedankengut dient u.a. die Verschwörung von trans Personen als „Groomer“. Mit dem Vorwand, sich um das Wohlergehen von Kindern zu sorgen, wird damit transidenten Menschen unterstellt, pädophil zu sein und in gezielten "Kampagnen" und Sexualaufklärung Pädophilie normalisieren zu wollen. Diese hetzerischen und grundlosen Anschuldigen erfüllen alle Charakteristika einer moralischen Panik</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://analytische-kritik.de/alle/grooming-verschwoerungstheorie-religious-right/">Grooming-Verschwörungstheorie &amp; Religious Right</a> erschien zuerst auf <a href="https://analytische-kritik.de">Analytische Kritik</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph" style="font-size:20px"><strong>Grooming-Verschwörungstheorie &amp; Religious Right</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Menschen, die sich als trans identifizieren, sind neben tagtäglichen Repressionen und gesamtgesellschaftlicher Diskriminierung auch Verschwörungstheorien ausgesetzt &#8211; wie der von „<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/LGBT_grooming_conspiracy_theory">LGBT-Grooming</a>“. Um zu beleuchten, wie sich die Verschwörung vom „<em>trans Groomer</em>“ dermaßen etablieren konnte, sodass sie eine regelrechte Moralpanik schürt, werden zunächst die Voraussetzungen analysiert, auf deren Boden diese abstruse Vorstellung entstanden ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px"><strong>trans als Feindbild christlicher Fundamentalisten</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Aktuelle Anfeindungen und Moralpanikphänomene gegen trans Personen können nicht unabhängig vom Einfluss der religiösen Rechten (<em>Religious Right</em>) in den USA betrachtet werden. Unter dem Dachbegriff des christlichen Fundamentalismus lassen sich unterschiedliche Strömungen zusammenfassen, die auf Basis der Bibel als absoluter Wahrheit agieren – im privaten und öffentlichen Leben. Der Kampf gegen angeblichen „Sittenverfall“ und der „Schutz moralischer Werte“ stehen im Zentrum des kontinuierlichen Aufstiegs der Religiösen Rechte ab den 1970er Jahren, die gezielt nach gesellschaftlicher und politischer Macht streben.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">In den sogenannten „Culture Wars“ verteidigten christlich-fundamentalistische und evangelikale Gruppierungen traditionelle Familienwerte und wandten sich zunächst u.a. gegen Schwule und Lesben, indem sie diesen ein unmoralisches Verhalten unterstellten. Da Homosexualität mit den Jahren zunehmend gesellschaftlich anerkannt wurde, suchte sich die christlich-konservative Bewegung in den letzten Jahren ein neues „Feindbild“ und fand dieses in den Menschen, die der (in ihren Augen) „gottgegebenen&#8220; Geschlechterdichotomie entgegenstehen: trans Personen.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Annika Brockschmidt äußert sich folgendermaßen dazu:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-palette-color-1-color has-light-gray-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:18px">„<em>Transsexualität ist in der Gesellschaft deutlich unbekannter und noch immer tabuisiert. Dieses Unwissen nutzen Religiöse Rechte. Ihre diskriminierende Agenda verpacken sie in eine harmlos klingende Sprache, die eine toxische Botschaft vermittelt: Es gehe nur darum, die Kinder vor sexuellen Übergriffen zu schützen.</em>&#8220; </p>
<cite>Quelle: <a href="https://www.rowohlt.de/magazin/empfehlungen/um-gottes-willen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Um Gottes willen!</a> </cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Diese toxischen Inhalte werden gezielt in Propaganda verpackt und in den gesellschaftlichen Mainstream transportiert &#8211; und das <a href="https://www.theguardian.com/world/2023/jun/30/christian-hate-group-funding-us-anti-lgbtq-anti-abortion-organizations" target="_blank" rel="noreferrer noopener">in millionenschweren Diffamierungskampagnen</a>:</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px"><strong>Von christlicher &#8222;Kümmer-Mentalität&#8220; zum Einfallstor für Rechts</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Anhänger der Religious Right begründen viele ihrer Positionen mit der Sorge um traditionelle Werte und schüren gezielt irrationale Ängste (Stichwort: Zugang zu Frauenräumen oder Toilettenbenutzung von trans Personen). Mit dieser &#8222;Kümmer-Mentalität&#8220; sorgt man sich jedoch nur zum Schein um das Wohlergehen von Einzelpersonen, sondern vielmehr um die Aufrechterhaltung eines streng heteronormatives Familienbilds – und natürlich um den eigenen politischen Einfluss. </p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Die Politikwissenschaftlerin Kyra Schmied warnt in diesem Zusammenhang vor der Instrumentalisierung von Sorge und der Überschneidungen mit rechtem Gedankengut:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-palette-color-1-color has-light-gray-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:18px">„<em>Sorge geht mit Rollenzuschreibungen, dem Verweis auf eine göttliche Ordnung sowie Schuldzuweisungen bei Nichteinhaltung einher. Des Weiteren hat die Rede von Sorge aber auch einen strategischen Nutzen, in dem Nationalismus und patriarchale Vorstellungen von Familie den christlichen Fundamentalismus stützen sollen. Die Nähe zwischen Rechtsextremismus und christlichem Fundamentalismus ist dementsprechend nicht nur personell, sondern auch inhaltlich. In Bezug auf das Framing von Sorge zeigt sich das in seiner Einbettung in eine heteronormative und nationalistische Ideologie. Auch das Feindbild einer vermeintlichen internationalen feministischen Lobby, einer Elite, von der es sich abzugrenzen beziehungsweise die es zu bekämpfen gilt, ist ein verbindendes Moment.“</em> </p>
<cite>Quelle: <a href="https://www.derstandard.at/story/2000133551576/gegen-frauen-und-moderne-die-christlich-fundamentalistische-sorge" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gegen Frauen und Moderne: Die christlich-fundamentalistische Sorge</a>  </cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Genau als jenes Brücken-Narrativ zu rechtem Gedankengut dient u.a. die Verschwörung von trans Personen als „Groomer“. Mit dem Vorwand, sich um das Wohlergehen von Kindern zu sorgen, wird damit transidenten Menschen unterstellt, pädophil zu sein und in gezielten &#8222;Kampagnen&#8220; und Sexualaufklärung Pädophilie normalisieren zu wollen. Diese hetzerischen und grundlosen Anschuldigen erfüllen alle Charakteristika einer moralischen Panik (siehe hierzu auch unseren Artikel  <a href="https://marvel-stella.de/debunking/alles/moralische-panik-ein-kurzer-ueberblick/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">über die Grundmuster der moral panic</a>).</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Das Wort „Groomer“ als Kurzbezeichnung dieser Verschwörung geht auf die Bezeichnung „<em>grooming children</em>“ zurück, was sich als gezielter Vertrauensaufbau zum Zwecke von Manipulation, Ausnutzung und Missbrauch von Kindern übersetzen lässt. <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/LGBT_grooming_conspiracy_theory" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ursprünglich bezeichnet dieser Begriff</a>, der seit den 1980ern von Missbrauchsüberlebenden verwendet wird, kriminelles Verhalten gegenüber Kindern, hat jedoch nichts mit LGBTIQ* zu tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px"><strong>Wie fand der Begriff „Grooming“ Eingang in die Verschwörungstheorie?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Obwohl die <a href="https://lgbpsychology.org/html/facts_molestation.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wissenschaft in zahlreichen Studien das Gegenteil belegt</a>, gehen Anhänger dieser Verschwörungstheorie von einer Korrelation zwischen Homosexualität bzw. Transsexualität und Kindesmissbrauch aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Dieses diffamierende Narrativ wurde 1977 von der überzeugt christlichen Sängerin und Misswahl-Teilnehmerin <a href="https://www.nbcnews.com/nbc-out/out-news/1970s-christian-crusader-anita-bryant-helped-spawn-floridas-lgbtq-cult-rcna24215" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Anita Bryant</a> ins Leben gerufen, die mit ihrer Organisation „<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Save_Our_Children" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Save our children</a>“  (&#8222;Rettet unsere Kinder&#8220;) eine Antidiskriminierungsverordnung des Bundesstaats Florida über die Anstellung von homosexuellen Lehrern an christlichen Schulen zu Fall gebracht hatte. Diese religiös-fundamentalistisch geprägte Initiative gilt als einer der ersten organisierten Proteste gegen das damalige Gay Rights Movement und Bryants Name wurde in Folge zum Synonym für Bigotterie und Homophobie. Denn Anita Bryants <a href="https://www.nbcnews.com/nbc-out/out-news/1970s-christian-crusader-anita-bryant-helped-spawn-floridas-lgbtq-cult-rcna24215" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Aussage</a> war, dass „<em>Homosexuelle sich nicht fortpflanzen können und deshalb die Jugend von Amerika rekrutieren müssten</em>“. </p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">In den vergangenen Jahren wurde dieser Slogan 1:1 auf trans Personen gemünzt und auf Basis dessen im Jahr 2020 die umgangssprachliche Redewendung bzw. Meme „<em><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/OK_boomer" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ok boomer</a></em>“ als transphobes „Wortspiel“ zu „<em>Ok groomer</em>“ abgewandelt. Seitdem wird diese Veschwörungstheorie u.a. von transfeindlichen Plattformen wie <em><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Libs_of_TikTok" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Libs of Tik Tok</a></em> von dessen Gründerin Chaya Raichik geschürt: <a href="https://www.losangelesblade.com/2022/12/27/libs-of-tiktok-tells-tucker-carlson-lgbtq-are-a-poisonous-cult/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„(&#8230;)They want to groom kids. They’re recruiting.“</a> &#8211; was in <a href="https://www.losangelesblade.com/2022/12/27/libs-of-tiktok-tells-tucker-carlson-lgbtq-are-a-poisonous-cult/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bomben- und Todesdrohungen</a> gegen medizinisches Personal von Kliniken mündete, die trans Kinder und Jugendliche unterstützen. </p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Zudem  werden unter diesem Vorwand auch <a href="https://www.mediamatters.org/fox-news/fox-guest-says-drag-queens-and-lgbtq-people-are-grooming-youth-their-unhealthy-lifestyle" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lesungen attackiert</a>, wo im Rahmen von „Drag Queen Story Hours“, Kindern aus altersgerechten Büchern über Gender-Diversity vorgelesen wird.  Derartige Proteste haben auch <a href="https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/queerspiegel/nach-verbalen-angriffen-trans-autorin-sagt-teilnahme-an-drag-lesung-ab-9977601.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Deutschland</a> und <a href="https://kurier.at/chronik/wien/drag-queen-lesung-rosa-lila-villa-wien-kinder-proteste/402413093" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Österreich</a> erreicht. Damit geht diese Moralpanik mittlerweile in ihren Auswirkungen weit über das Schüren von Online-Hass hinaus.</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Julia Serano, die <a href="https://juliaserano.medium.com/transgender-people-bathrooms-and-sexual-predators-what-the-data-say-2f31ae2a7c06" target="_blank" rel="noreferrer noopener">auf ihrer Webseite</a> einen Überblick über dieser Verschwörungstheorie gibt, fasst die Problematik des Feindbildes der Grooming-Moralpanik zusammen:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-palette-color-1-color has-light-gray-background-color has-text-color has-background wp-block-paragraph" style="font-size:18px">„<em>Diejenigen, die wahllos Anschuldigungen wie &#8222;Sexualstraftäter&#8220;, &#8222;Grooming&#8220; und &#8222;Sexualisierung&#8220; gegen geschlechtliche und sexuelle Minderheiten erheben, sind nicht nur bigott, sondern erweisen den tatsächlichen Überlebenden sexueller Gewalt einen wahrlichen Bärendienst.“</em> </p>
<cite>Quelle: <a href="https://juliaserano.medium.com/transgender-people-bathrooms-and-sexual-predators-what-the-data-say-2f31ae2a7c06" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Transgender, Toiletten und sexuelle Raubtiere: Was die Daten sagen</a>   (übersetzt ins Deutsche)</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">Der christlichen Fundamentalismus bietet also neben der Satanic Panic einer weiteren Verschwörung einen idealen Nährboden &#8211; eine Entwicklung, die in ihrer Gefährlichkeit kaum zu unterschätzen ist.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px"><strong>Weiterführende Links:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li style="font-size:18px"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=9c6shP-NcfE&amp;t=6896s" target="_blank" rel="noreferrer noopener">What Is A Groomer?</a><em> YouTube Video von Caelan Conrad</em></li>



<li style="font-size:18px"><a href="https://lithub.com/moral-panics-never-go-out-of-style-on-the-corrosive-effects-of-the-culture-wars/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Moralische Panik kommt nie aus der Mode: Über die zerstörerischen Auswirkungen der Kulturkriege</a> <em>&#8222;Moral Panics Never Go Out of Style&#8220; (Arlene Stein) </em></li>



<li style="font-size:18px"><a href="https://www.nbcnews.com/nbc-out/out-news/1970s-christian-crusader-anita-bryant-helped-spawn-floridas-lgbtq-cult-rcna24215" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wie die christliche Kreuzritterin Anita Bryant in den 1970er-Jahren dazu beitrug, den LGBTQ-Kulturkrieg in Florida auszulösen</a> <em>&#8222;How 1970s Christian crusader Anita Bryant helped spawn Florida&#8217;s LGBTQ culture war&#8220; (NBC News)</em> </li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://analytische-kritik.de/alle/grooming-verschwoerungstheorie-religious-right/">Grooming-Verschwörungstheorie &amp; Religious Right</a> erschien zuerst auf <a href="https://analytische-kritik.de">Analytische Kritik</a>.</p>
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