Ein historischer Blick – die Anfänge von Pro Ana

Rund um das Jahr 2002 schwappte Pro Ana auch in den deutschsprachigen Raum. Hierzulande konzentrierte sich der Austausch neben unzähligen privaten Kleinwebseiten auf die damals boomenden Webforen. Die ersten Foren in Deutschland waren – in der zu jener Zeit üblichen Baumstruktur gestaltet – die beiden namens „just ana“ bzw. „Miss Ana“. Bei der Namensgebung fällt auf, dass sich die Bezeichnungen der frühen Ana-Foren sehr stark ähnelten, so zum Beispiel „Just for Angels“, „Ana4life“, „ANAther kind of Art“ und meist die Bezeichnung Ana im Namen trugen.

Moralische Panik – ein kurzer Überblick

Der Begriff der moralischen Panik (moral panic) kommt aus dem angloamerikanischen Raum und wird als Phänomen definiert, „bei dem eine soziale Gruppe oder Kategorie aufgrund ihres Verhaltens von der breiten Öffentlichkeit als Gefahr für die moralische Ordnung der Gesellschaft gekennzeichnet wird. Ziel des öffentlichen Aufruhrs ist die Unterbindung des als Bedrohung empfundenen Verhaltens auf langfristige Sicht.“

Einleitung Pro Ana

Der Begriff Pro Ana ist mittlerweile durch zahlreiche Medienberichte in Kreisen derjeniger durchaus bekannt, die sich mit Essstörungen befassen – sei es als Angehörige, Behandelnde oder als selbst Betroffene. Längst ist Pro Ana kein „Geheimwort“ mehr oder gar eine „Untergrundbewegung“ wie vor über 20 Jahren, als der Begriff erstmals in den USA aufgetaucht ist. Doch dessen Gefährlichkeit hat über die Jahre keinesfalls abgenommen, im Gegenteil:

Grooming-Verschwörungstheorie & Religious Right

Genau als jenes Brücken-Narrativ zu rechtem Gedankengut dient u.a. die Verschwörung von trans Personen als „Groomer“. Mit dem Vorwand, sich um das Wohlergehen von Kindern zu sorgen, wird damit transidenten Menschen unterstellt, pädophil zu sein und in gezielten „Kampagnen“ und Sexualaufklärung Pädophilie normalisieren zu wollen. Diese hetzerischen und grundlosen Anschuldigen erfüllen alle Charakteristika einer moralischen Panik