Der Blick zwanzig Jahre zurück
Heute fiel mir ein Gedicht in die Hände, das ich vor 20 Jahren geschrieben habe, und ich dachte: Warum nicht vertonen? Und ja, ich tat es.
Die Geschichte dahinter
Vor zwanzig Jahren habe ich das erste Mal in meinem Leben erlebt, wie es ist, zu lieben und aufrichtig geliebt zu werden. Wenn man das nicht kennt, dann tut das einfach nur weh. Es zerreißt den Körper, man ist irgendwann einzig nur noch Angst. Meine größte Angst war die Angst vor Nähe.
Zwei Jahre war ich mit diesem Mann zusammen – zwei Jahre, in denen ich die meiste Zeit auf der Flucht vor mir selbst war. Irgendwann entstand dann der Text, den ich heute vertonen ließ.
Meine Gedanken heute führen mich zu der Erkenntnis, dass ich mich damals schon entschieden habe, den Rest meines Lebens alleine zu bleiben. Mein ganzes Leben zuvor hatte ich davon geträumt, einen Menschen zu finden, bei dem ich selbst fähig bin zu lieben und der mich lieben kann. Und dann war er da.
Ich hab es nicht ausgehalten. Und genau das ist etwas, das eine PTBS mit Beziehungen machen kann. Manche Menschen laufen von einer Beziehung zur nächsten und erfahren immer wieder dieselbe Pein, wie sie sie bereits in ihrer Kindheit erlebt haben. Andere finden vielleicht die Liebe schlechthin und sind trotzdem unfähig, sich wirklich darauf einzulassen.
Heute bin ich mir sicher, dass meine Entscheidung richtig war. Mir hat in all den 20 Jahren nichts gefehlt. Im Gegenteil: Kamen Avancen, löste ich mich sofort auf und war verschwunden. Ich wollte einfach nicht mehr und ich will es auch in Zukunft nicht.
Ich will MICH. Alleine nur MICH – und natürlich meine kleine Familie.
Zurück zu dem Song:
Die Zeilen „Wir brauchen Zeit“ vertonen zu lassen, ihnen einen Klang und eine Stimme zu geben, ist für mich persönlich die maximale Steigerung dessen, was man früher Fotoalbum nannte. Es kommen so viele Erinnerungen und ja, auch Bilder hoch, dass man für einen Moment vergisst, wie viel Zeit inzwischen vergangen ist: 20 Jahre.
Und das ist erneut etwas, was mich an der Künstlichen Intelligenz begeistert, ohne dass ich dabei ihre Gefahren aus den Augen verliere.
Sicher: Mein YouTube-Kanal ist rein oberflächlich betrachtet einer von unzähligen, auf denen Menschen ihre Texte zu Musik machen. Schaut man sich um, gleicht ein Kanal dem anderen. Aber das ist egal, weil ich sicher bin, dass es nicht allen primär um die Außenwirkung geht.
Für mich ist das eine weitere, sehr wertvolle Möglichkeit, Bilanz zu ziehen, denn ich bin nun mal nicht die Gesündeste und auch nicht mehr die Jüngste.
Ich liebe es – ich liebe alles daran.
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Es kam noch ein zweiter Text aus dieser Zeit hinzu. Eine Zeit, in der ich erfahren durfte, was es bedeutet, mit meiner dissoziativen Identität (und PTBS) von einem anderen Menschen angenommen zu werden.
Hier dürft ihr sein