Ich gebe zu: Ich bin ein wenig fasziniert.
Fasziniert davon, womit Menschen gerade in einem enormen Tempo konfrontiert werden. Besonders im kreativen Bereich passiert so viel gleichzeitig, dass man kaum hinterherkommt.
Natürlich weiß ich, dass Musiker, Sängerinnen, Komponisten und Produzenten diese Entwicklung oft anders sehen. Und das ist absolut nachvollziehbar. Es gibt inzwischen viele Berufsgruppen, in denen KI Unsicherheit auslöst oder sogar echte Angst vor der Zukunft der eigenen Arbeit. Diese Ängste sind überaus verständlich. Wir werden von der KI-Entwicklung nicht langsam begleitet, sondern an vielen Stellen regelrecht überrollt.
Trotzdem glaube ich, dass nicht alles zwangsläufig gegeneinander stehen muss. Menschliche Kunst, klassische Musikproduktion und KI-gestützte Kreativprozesse können parallel existieren. Vielleicht können sie sogar voneinander profitieren. Aber das wäre ein eigenes Thema.
Heute geht es mir vor allem um die rasante und teilweise beeindruckende Entwicklung in der KI-Musikindustrie.
Denn die meisten erfolgreichen KI-Musikkanäle werden nicht einfach „von der KI“ betrieben. Dahinter sitzt in der Regel ein Mensch. Jemand wählt Themen aus, schreibt oder überarbeitet Texte, entscheidet über Stilrichtungen, testet Varianten, sortiert schlechte Ergebnisse aus, wählt die stärksten Versionen, erstellt Videos, entwickelt eine visuelle Ästhetik und betreut am Ende auch noch die Community.
Die Rolle verschiebt sich damit teilweise: weg vom klassischen Musiker im engeren Sinne, hin zu einer Art Regisseur, Produzent, Kurator oder Creative Director. Auch das ist ein kreativer Prozess. Auch das ist Arbeit. Und ja, für mich kann auch das Kunst sein.
Mittlerweile erzielen KI-generierte Musikkanäle Millionen Aufrufe. Manche veröffentlichen täglich neue Titel, ganze Alben oder Musikvideos. Für viele Hörerinnen und Hörer ist dabei offenbar gar nicht mehr entscheidend, ob eine menschliche oder eine synthetisch erzeugte Stimme singt. Sie hören etwas, das sie berührt, unterhält oder einfach gut klingt.
Ich selbst arbeite mit ElevenLabs und weiß aus eigener Erfahrung, dass der Weg zu einem wirklich guten Ergebnis nicht aus einem einfachen Klick besteht. Wer gute Resultate will, muss ausprobieren, verwerfen, nachschärfen, Varianten vergleichen und ein Gefühl dafür entwickeln, wie man ein System präzise steuert.
KI nimmt einem nicht automatisch die kreative oder redaktionelle Verantwortung ab. Sie verändert aber die Werkzeuge, mit denen wir arbeiten. Und genau diese Veränderung finde ich im Moment so spannend.
Ich zeige hier ein Beispiel. Es ist eines der ersten KI-Videos, die mir wirklich aufgefallen sind.
Video: Jernblod – Father, Beyond Valhalla
Und hier das, was mir beim ersten Hinschauen aufgefallen ist:
KI hat mir geholfen, meine Gedanken und meine Einordnung visuell und sprachlich in Form zu bringen. Klicken zum Vergrößern
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Ich finde es durchaus spannend, diese Entwicklung zu beobachten und ich glaube wirklich nicht, dass KI menschliche Kreativität ersetzt. Stattdessen kommt etwas Neues hinzu. Eine weitere Ebene. Ein neues Werkzeug. Mehr Ausdrucksformen, mehr Möglichkeiten, mehr Vielfalt.
Vielleicht wird nicht alles besser. Aber vieles wird anders. Und dieses Anderswerden finde ich gerade sehr faszinierend.
